Unbeschreiblich Schön!

Berge, wie auf einem Pastellgemälde, die in der Ferne an Kontrast verlieren. Schwüle Hitze, die das Atmen erschwert. Kleine Dörfer und dschungelähnliche Vegetation, die in diesem Land die Oberhand zurück gewonnen zu haben scheint. Und ein tosendes Geräuschspektakel, das aus dem Dickicht dröhnt. Wir sind zwar noch nicht in Vietnam oder sonst einem Süd-Ost-Asiatischen Land angekommen (so stelle ich mir zumindest Süd-Ost-Asien vor), wenn ich aber hier her verschleppt werden würde, so hätte ich niemals vermutet in Serbien zu sein. Ein Land, das von uns absolut unterschätzt und fast schon übersehen wurde, hat es von den bisherigen Ländern auf Platzt 1 geschafft. Und obendrein haben wir vermutlich auch die beste Jahreszeit erwischt, denn so viel und so kräftiges Grün haben wir selten gesehen.

Den ersten Eintrag über Serbien haben wir „unbeschreiblich schön?“ genannt, weil er sich vor allem mit der wahnsinnig interessanten aber nicht unbedingt wahnsinnig schönen Stadt Belgrad befasst. Doch sobald wir Belgrad verlassen, wird aus dem Fragezeichen ganz plötzlich und ohne jede Zweifel ein Ausrufezeichen. Der erste Tag nach Serbiens Hauptstadt ist sehr nebelig tatsächlich erinnert alles an die weit weit entfernten Tropen. Auch wenn die Städte und Orte nach wie vor nicht unserem Schönheitsideal entsprachen, hat uns alles davor und dahinter mehr oder weniger umgehauen. Gerade wollte ich schreiben, dass ich zum ersten mal das Gefühl hatte, wirklich im Ausland zu sein und wirklich in einer anderen Kultur angekommen zu sein, da fällt mir aber doch glatt auf, dass ich das über die letzten zwei Länder auch schon gesagt habe. Das ist wohl mit das beste und beeindruckendste an Reisen mit dem Fahrrad: Man kann förmlich miterleben, wie sich die Kultur, die Art der Menschen, die Landschaft und eigentlich generell die Atmosphäre fast schon Kilometer um Kilometer ändert und je ferner man von zu Hause ist, desto fremder wird alles.

 

Erstmals werden wir mit wirklich imposanten Bergen konfrontiert (eventuell vielleicht noch ein kleines bisschen mit Tschechien zu vergleichen) und auch wenn der Aufstieg jedesmal ein Akt ist, so ist es doch auch jedes mal ein tolles Gefühl, oben zu stehen, die Aussicht zu genießen und sich mit einer entspannten Abfahrt zu belohnen.

Serbien und der Verkehr

Alte Ladas, Zastavas und diese winzigen Traktoren, wie der aus der KIKA Sendung „kleiner roter Traktor“ dominieren die Straßen von Serbien. Und fast keines von ihnen hat nicht ein Garten- oder Acker-Gerät oder 7 Meter Holzbalken oben drauf geschnallt. Und auch in keinem anderen Land wurden wir so oft so freundlich angehupt und gegrüßt. Obwohl sich das ganz toll anhört, war es nicht immer lustig auf den serbischen Straßen. Die sind nämlich nicht wirklich toll (manchmal konnten wir uns froh schätzen um die Straßenlöcher noch etwas Straße zu finden) und die meisten Autos brettern an uns vorbei ohne wirklich Rücksicht auf uns zu nehmen.

Dennoch – Serbien ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Vor allem zu dieser Zeit!