Ein kurzer Abstecher in die Slowakei

Bratislava – im Schatten Wiens

Wenige Zentimeter nachdem wir die slowakische Grenze passieren, stehen wir praktisch im Zentrum von Bratislava. Und was soll man sagen – nach dem Eindruck, den Wien bei uns hinterlassen hat, ist Bratislava irgendwie nicht …beeindruckend. Die recht kleine Altstadt ist zwar schön, könnte man so aber auch in jeder anderen europäischen Stadt vorfinden; Der Rest der Stadt ist weder besonders schön noch besonders hässlich, sondern generell wenig besonders. Das einzige was uns wirklich auffällt, ist die eine Brücke, die modern gestaltet ist und neben den guten Rad- und Fußwegen auch nette Rastplätze direkt über der Donau bietet. Nun muss man auch sagen, dass wir nicht lang in Bratislava sind, aber auch aus dem Gespräch mit einer Einheimischen im Café First 80´s können wir keine grossen Geheimtipps entnehmen – selbst die Einwohner scheinen ihre Stadt für uninteressant zu halten. Abends fahren wir auf der Suche nach einem Schlafplatz auch an der örtlichen Bike Kitchen vorbei – ein Sammelort für Fahrradbegeisterte, meist in Kombination mit einer DIY-Werkstatt. Dort würde uns zwar jemand aufnehmen, bei einem wunderschönen Sonnenuntergang entscheiden wir uns jedoch dafür, einfach im Stadtpark zu zelten.

Entspannt bis zur ungarischen Grenze

Als wir am nächsten Tag nach einem WLAN-bedingten Ausflug in ein Café um 16:00 aus Bratislava aufbrechen, ahnen wir nicht, dass wir am selben Tag noch entspannt 70 Kilometer schaffen werden – Rückenwind macht’s möglich! Der (teilweise, aber dazu später) fabelhaft ausgebaute Donauradweg erleichtert den Weg erst recht, und obwohl wir uns nicht stressen und auch gelegentlich spannende Dinge am Wegesrand inspizieren (Käfer, Delfine (umstritten) & eine riesige Schleuse), gehen wir abends zufrieden mit dem Wissen ins Bett (Zelt), noch gut Strecke gemacht zu haben.

Am nächsten Morgen bereiten wir gerade in der Sonne ein schmackhaftes Frühstück zu, als ein anderer Fahrradreisender sich zu uns gesellt und von seinen eigenen verrückten Reiseplänen berichtet. Sein Name ist Jack, er kommt aus London und ist auf dem Weg nach Hong Kong. Wir beschliessen, fürs Erste gemeinsam zu fahren, und auch wenn sich unsere Wege an der ungarischen Grenze trennen werden, kann es gut sein, dass wir Jack wiedertreffen, denn unsere Routen stimmen streckenweise überein.

Auch an diesem Tag geht es recht gut voran, obwohl wir über längere Strecken auf Schotter fahren und weniger Rückenwind haben. Wir treffen noch andere Fahrradreisende (ein Paar aus Frankreich) und fahren dann über eine Brücke nach Ungarn hinein.