Großes Wiedersehen!

„Ey, sind in Wien, komm mal rum, ja!“

– viel früher als gedacht kommen Daniel und Vincent in Wien an und jagen mich mit diesem Anruf mehr oder weniger aus dem Bett. Nachdem ich mit meinem Fahrrad in den anfahrenden Zug hechte, empfangen mich die beiden nach knapp vier Stunden am Hauptbahnhof von Wien mit einem Willkommens-Bierchen. Eine wahrlich willkommene Abwechslung zum langweiligen Hostel-Erholungs-Alltag. ~Q

Das herzliche Wiedersehen wird natürlich direkt nach dem Ankommen im Hostel fröhlich gefeiert und entsprechend begossen. Als wir am nächsten Tag leicht fertig in der Sonne sitzen – beim gepflegten Parkbank-Frühstück – stoppt mit quietschenden Reifen direkt vor uns ein Student auf seinem Mountainbike. Sein Name ist Raoul und während wir noch verpeilt in die Mittagssonne blinzeln, bietet er uns einen Schlafplatz in seiner WG an.

Das Wetter ist schon seit unserer Ankunft super, und erstmals können wir in T-Shirts und kurzen Hosen gemütlich rumlaufen. Den restlichen Tag verbringen wir damit, Besorgungen zu machen und vor einem Waschsalon in der Sonne Skat zu spielen, gemütlich die Wiener beobachtend, die gut gelaunt mit uns den Frühling begrüßen. Abends werden wir freudig in der WG aufgenommen und beenden den Tag mit einer gemütlichen Runde Rotwein und cards against humanity.

An dieser Stelle einige Beobachtungen zu Wien: Während Quentin und Daniel die Stadt zum ersten Mal sehen und entsprechend staunen, dass sie scheinbar nur aus gut gepflegten, alten und pompösen Gebäuden zu bestehen scheint, werde ich vor allem an jeder Ecke daran erinnert, wie ich hier vor nicht allzu langer Zeit mit meiner Mama bei einem gemeinsamen Besuch durchspaziert bin – an diesen Stellen packen mich dann die Gefühle: Weniger das Heimweh, welches Quentin in Prag empfand, sondern eher nostalgische Gedanken an meine Familie, fast schon eine Feststellung: Du bist jetzt echt lange weg, Vincent. Wow. ~V

An unserem letzten Tag treffen wir uns vor der Karlskirche mit Matthias, einem Jugendfreund von Vincent’s Vater, und werden prompt auf ein Wiener Schnitzel eingeladen. Wenn man schon mal in Wien ist… Nach der Verabschiedung machen wir uns auf, und nachdem wir ein paar Kilometer Donauradweg hinter uns bringen, schlagen wir unsere Zelte auf. Wir sind wieder on the road.